Das Musikarchiv von RTA

Afghanistan erlitt in Folge der andauernden Konfliktsituationen immense Verluste an nationalen, materiellen und immateriellen Kulturschätzen. Die Kooperation zwischen dem AMRC und dem Radio Television Afghanistan (RTA) soll die Öffnung, Zugänglichmachung und Sicherung der noch bestehenden größten und kulturell sehr wertvollen Sammlung RTAs aus der Blütezeit afghanischer Musik für Wissenschaft und Forschung bewirken. Systematisches Archivieren und Bereitstellen von den noch wenigen vorhandenen Sammlungen bietet der afghanischen Bevölkerung einen Zugang zu Aspekten der eigenen Identität, die über Generationen hinweg ein zentraler Bestandteil ihres kulturellen Gedächtnisses waren. Archivarische Vorhaben können zu einer wichtigen Stütze einer Zivilgesellschaft werden. Sie stellen ein wichtiges Kulturerbe Afghanistans dar, welches aber aufgrund der Sicherheitslage in Afghanistan stets gefährdet ist.

 

2016 unterzeichneten die HfM Weimar und der Sender RTA ein Memorandum of Understanding zur Archivzusammenarbeit. Mithilfe der Expertise von der Angewandten Informationstechnik Forschungsgesellschaft mbh (AIT) wurde eine digitale Katalogsoftware erstellt, damit die Metadaten über die DISMARC-Datenbank (DIScovering Music ARChives) weltweit sichtbar gemacht werden können. Darüber hinaus stellte die HfM Weimar für RTA die in diesem Zusammenhang benötigte Hardware zur Verfügung. Im Dezember 2016 wurde ein Workshop in Berlin ausgerichtet, der die Archivmitarbeiter von RTA in die Funktionen und Prozesse der in Kabul zu verwaltenden Datenbank sowie DISMARC einführte und schulte, um diese Kenntnisse auch im RTA-Archiv in Kabul selbstständig anwenden zu können.


Fotos vom RTA Archiv in Kabul und vom Workshop in Berlin Dezember 2016